Proxmox HA-Cluster Firewall
Hochverfügbare Firewall auf zwei Proxmox-Nodes – ohne Shared Storage.
Wer eine geschäftskritische Firewall virtualisiert, will im Ausfall keine Minuten verlieren. Klassische HA-Setups verlangen teure SAN-Infrastruktur. Mit zwei Proxmox-Servern, einem externen Quorum-Vote und ZFS-Replikation lässt sich das deutlich schlanker bauen – und genau dieses Muster setzen wir produktiv ein.
Worum geht es?
Redundanz für die Firewall, ohne Enterprise-Storage-Budget.
Zwei Proxmox-Server, eine kritische Firewall-VM, kein Shared Storage – und die Anforderung, dass die VM beim Ausfall eines Knotens auf dem anderen automatisch startet. Üblicherweise braucht es dafür ein SAN-Setup. Mit lokalen ZFS-Pools, automatischer Storage-Replikation und einem externen Quorum-Device lässt sich derselbe Effekt ohne SAN-Kosten erreichen – mit ehrlich kommunizierten Grenzen.
Was wir abdecken
Die wichtigsten Bausteine im Überblick.
Zwei identische Nodes
Zwei Proxmox-VE-Server mit lokalem ZFS-Mirror-Pool. Identische Konfiguration, sodass jede VM auf jedem Knoten lauffähig ist.
QDevice als 3. Quorum-Vote
Ein kleines extern gehostetes System (z. B. Raspberry Pi) trägt eine Quorum-Stimme bei – verhindert Split-Brain bei Verlust einer Verbindung.
ZFS-Replikation alle 5 Min
Proxmox Storage Replication (pvesr) synchronisiert die VM-Disks im Hintergrund – ohne SAN, ohne zentrales Storage.
Hardware-Watchdog
Bei Quorum-Verlust erzwingt die Watchdog-Komponente einen Neustart – das schützt vor Split-Brain-Szenarien.
Das Fundament: Proxmox VE
Open-Source-Virtualisierung mit Cluster-Genen.
Proxmox VE ist eine deutsche Open-Source-Virtualisierungsplattform, die KVM-Virtualisierung, LXC-Container und Cluster-Management unter einer Web-Oberfläche vereint. Für uns das richtige Werkzeug, wenn Hochverfügbarkeit, transparente Lizenzierung und ZFS-Storage gefragt sind – ohne den Footprint eines Enterprise-Hypervisors.
Komplett-Stack
KVM für VMs, LXC für Container, Web-Oberfläche, Cluster-Management und Live-Migration in einem System.
Storage-Optionen
ZFS, Ceph, LVM-Thin, NFS oder iSCSI – wir wählen die Storage-Architektur passend zum Use-Case.
Hochverfügbarkeit
Eingebautes HA-Framework mit Quorum, Watchdog und automatischer VM-Migration – auch ohne SAN.
Architektur
Zwei Nodes, ein QDevice, lokale ZFS-Pools.
Zwei vollwertige Proxmox-Server bilden den Cluster, ein externes QDevice trägt die dritte Quorum-Stimme bei. Die Firewall-VM läuft auf einem Knoten und repliziert ihre Disks im 5-Minuten-Takt auf den anderen. Bei einem Ausfall sorgen Hardware-Watchdog und das HA-Framework dafür, dass die VM automatisch übernommen wird.
Was passiert, wenn ein Knoten ausfällt?
Lösen Sie den Ausfall aus und sehen Sie dem Cluster bei der Übernahme zu.
- 1Node A antwortet nicht mehrStromausfall, Hardware-Defekt oder Kernel-Panic – der Knoten fällt aus dem Cluster.
- 2Quorum bleibt bestehenNode B und das externe QDevice halten zusammen 2 von 3 Stimmen. Der Cluster bleibt beschlussfähig.
- 3Watchdog schaltet Node A abDer Hardware-Watchdog setzt den ausgefallenen Knoten zurück – so kann die VM nicht zweimal laufen.
- 4Firewall-VM startet auf Node BDas HA-Framework fährt die VM aus der letzten ZFS-Replikation hoch.
Vereinfachte Darstellung des Ablaufs – keine Messung und keine zugesagte Wiederanlaufzeit.
Was die Lösung leistet
Hochverfügbarkeit ohne SAN-Aufwand.
- Automatische VM-Migration bei Hardware-Ausfall
- Kein Shared Storage nötig – weniger Kosten, weniger Komplexität
- Nutzt native Proxmox-Bordmittel (kein Exoten-Stack)
- Optional: zrepl als unabhängiger zweiter Replikations-Pfad
Realistische Grenzen
Was dieses Setup nicht abdeckt.
- Datenverlust bis zur letzten Replikation (RPO ~5 Min) ist möglich.
- Failover-Zeit liegt typischerweise bei ~3 Min – nicht „sofort".
- Kein Schutz vor Ransomware, gelöschten VMs oder Fehlkonfiguration – dafür braucht es ein separates Backup-Konzept.
- Sehr hohe Last-Spitzen können bei nur einem aktiven Knoten zur Engstelle werden.
FAQ
Häufige Fragen zu Proxmox HA-Cluster.
Welche Ausfallzeit ist realistisch?
Wie groß ist der mögliche Datenverlust?
Schützt das Setup vor Ransomware oder gelöschten VMs?
Warum ein QDevice statt eines dritten Proxmox-Knotens?
Was ist mit Updates der Firewall-VM?
Kontakt
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